12. Juni 2026

Sechs Kommunen wollen Wassersicherheit im Zusamtal gemeinsam stärken

Die Kommunen Dinkelscherben, Zusmarshausen, Altenmünster, Villenbach, Zusamaltheim und Wertingen wollen ihre Zusammenarbeit beim Schutz vor Hochwasser, Starkregen und weiteren Folgen des Klimawandels deutlich ausbauen. Mit einem gemeinsamen Letter of Intent bekräftigen sie ihre Absicht, eine Arbeitsgemeinschaft Wassersicherheit für das Zusamtal und die Region Reischenau aufzubauen.

Gemeinsam für mehr Wassersicherheit

Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, kommunale Kräfte zu bündeln, Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen und die Region langfristig widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen zu machen.

Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Wassersicherheit nicht an Gemeindegrenzen endet. Erforderlich sind gemeinsame Lösungen, die Hochwasserschutz, Wasserrückhalt, Frühwarnung, Katastrophenvorsorge, Klimaanpassung sowie den Schutz von Natur und Landschaft miteinander verbinden.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die beteiligten Kommunen wollen künftig enger zusammenarbeiten, um wasserwirtschaftliche Maßnahmen zu koordinieren, Fördermittel gemeinsam zu erschließen und den fachlichen Austausch mit Behörden, Wissenschaft, Einsatzorganisationen und weiteren Partnern zu stärken.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau moderner Mess-, Informations- und Frühwarnstrukturen. Dazu zählen unter anderem:

  • Sensoren für Wetterdaten
  • Pegel- und Wasserstandsmessungen
  • Erfassung der Bodenfeuchte
  • digitale Informations- und Warnsysteme
  • verbesserte Datengrundlagen zur Einschätzung von Hochwasser- und Starkregenlagen

Neben technischen und digitalen Ansätzen sollen auch naturnahe Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehören Wasserrückhalt in der Fläche, Retentionsräume, Gewässerrenaturierung, Auen- und Moorentwicklung sowie weitere landschaftsbezogene Maßnahmen, die dazu beitragen, Wasser länger in der Region zu halten und Abflussspitzen zu reduzieren.

Kommunen, Gesellschaft und Region gemeinsam einbinden

Die Arbeitsgemeinschaft soll als fachlich-organisatorischer Kern der kommunalen Zusammenarbeit dienen. Sie bündelt kommunale Interessen, unterstützt die beteiligten Gemeinden und Städte bei der Projektentwicklung und schafft eine gemeinsame Plattform für abgestimmtes Handeln.

Ergänzend dazu soll das Bündnis Wasser & Natur die gesellschaftliche Beteiligung, Kommunikation und regionale Verankerung stärken. Damit sollen Bürgerinnen und Bürger, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz und weitere Akteure frühzeitig eingebunden werden.

Mit dem gemeinsamen Letter of Intent unterstützen die Kommunen zugleich das Solution Lab Reischenau / Zusamtal als Modell- und Praxisregion für integrierte Wassersicherheit. Die Region soll beispielhaft zeigen, wie kommunale Zusammenarbeit, wissenschaftliche Begleitung, digitale Frühwarnsysteme und naturnahe Vorsorgemaßnahmen zusammenwirken können.

Beteiligte Kommunen

  • Markt Dinkelscherben
  • Markt Zusmarshausen
  • Gemeinde Altenmünster
  • Gemeinde Villenbach
  • Gemeinde Zusamaltheim
  • Stadt Wertingen

Für die beteiligten Kommunen unterzeichneten jeweils die Ersten Bürgermeister. Der Letter of Intent wurde am 2. Juni 2026 in Dinkelscherben vorbereitet.

Der Letter of Intent ist zunächst eine gemeinsame Absichtserklärung. Konkrete Beschlüsse, Finanzierungsentscheidungen und einzelne Maßnahmen bleiben den zuständigen kommunalen Gremien vorbehalten. Die beteiligten Kommunen setzen damit jedoch ein klares Signal: Wassersicherheit soll im Zusamtal künftig vorausschauend, interkommunal und gemeinsam mit der Region gestaltet werden.


Die Bürgermeister der beteiligten Kommunen nach der Unterzeichnung des Letter of Intent.
Untere Reihe (v.l.): Lydia Edin (Villenbach), Andreas Seitz (Wertingen), Ben Matthes (Zusmarshausen)
Obere Reihe (v.l.): Stephan Lutz (Zusamaltheim), Florian Mair (Altenmünster), Dr. Ulrich Fahrner (Dinkelscherben)

Teilnehmer der Sitzung in Dinkelscherben.
Von links: Anton Wörle, Josef Guggemos (Bündnis Wasser & Natur), Lydia Edin (Villenbach), Andreas Seitz (Wertingen), Stephan Lutz (Zusamaltheim), Ben Matthes (Zusmarshausen), Florian Mair (Altenmünster), Dr. Ulrich Fahrner (Dinkelscherben) sowie Herbert Hafner (Bündnis Wasser & Natur).

Fotos: Johann Maischberger